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Ashia Kamerun Non-Profit-Verein

Warum Kamerun?

Kamerun, «Africa en miniatur», wie es treffend genannt wird. Ein Land, in dem uns immer wieder viele fröhliche Einheimische begegnen. Menschen, denen mit sehr wenig sehr grosse Freude bereitet werden kann. Sie sind freundlich, unkompliziert, offen und spontan.

Im 2006 reisten wir zum ersten Mal nach Kamerun. Ausschlaggebend war ein Schweizer Freund, der sich verpflichtet hatte, 5 Jahre in Kamerun Lehrlinge in der Druckbranche auszubilden. Wir besuchten ihn und hatten ziemlich wenig Ahnung von Kamerun. Einziger Anhaltspunkt war ein Reiseführer, auf dessen wir zu Hause auf der Landkarte von Hand einen Strich vom Süden in den Norden und zurück als Reiseroute notiert hatten. Mit dem einheimischen Fahrer Gregory fuhren wir danach 3 Wochen kilometerweit quer durch das Land. Sehr schnell fühlten wir uns wohl und aufgenommen, obwohl wir auf jeglichen Luxus verzichten mussten, oft schwitzend bei über 40 °C stundenlang über endlos lange Pisten fuhren und manchmal lieber hungrig zu Bett gingen, als Ameisen oder getrocknetes Buschfleisch zu essen... Wir staunten über die Jahre alten Traditionen, erhielten viele Einblicke ins Alltagsleben und stiessen überall auf Gastfreundschaft und offene Türen.

Als wir nach diesen 3 Wochen zurück in die Schweiz kehrten, konnten wir noch sehr lange von den Erinnerungen «zehren». Keine überteuren Ferien in Luxus-Resorts hätten uns solche Erfahrungen und Begegnungen jemals bieten können. Wir erzählten unseren Familien und Freunden viele Erlebnisse, welchen sie gespannt und neugierig lauschten. So kamen schon bald die ersten Spendengelder zu uns. Sie wussten, über uns kommt ihre Spende zu 100% genau dorthin, wo sie am dringend benötigt wird.

Ein Brief mit unvollständiger Adresse einer Nonne aus dem abgelegenen Norden Kameruns, der eine lange Reise via Deutschland bis zu uns in die Schweiz hinter sich hatte, brachte uns schliesslich 1 Jahr später dazu, nochmals hinzufliegen. Wir wollten die Menschen wiedersehen. Wir reisten erneut 2000 Kilometer quer durchs Land.

Während der 2. Reise im 2007 entstand dann auch der Gedanke, einen offiziellen Non-Profit-Verein zu gründen. Wir waren fasziniert von Kamerun. Die Menschen (vor allem die Kinder) und ihre Alltagsgeschichten berührten uns. Wir hatten an vielen Orten grosse Armut gesehen und konnten nicht mehr wegschauen. Auf einer alten Holzbank bei einer kühlen Erfrischung fiel schon bald der so passende Name «Ashia»* für unseren Verein. Unser Fahrer Gregory, der mittlerweile zu einem engen Freund geworden ist, koordiniert unseren Verein in Kamerun, wenn wir nicht selber vor Ort sein können.

* Ashia ist ein in ganz Kamerun bekannter Ausdruck aus dem Pidgin-Englisch. Die Bedeutungen sind je nach Region unterschiedlich und haben folgende Meinungen: Man bekundet sein tief empfundenes Beileid oder «es tut mir leid». Man benützt es, wenn jemand ein Problem hat, als allgemeine Aufmunterung oder manchmal auch einfach als Gruss. Ebenfalls bedeutet es «Leben» und «Hoffnung».

Nach der Rückkehr Anfang 2008 starteten wir sofort mit dem Eintrag ins offizielle Schweizer Handelsregister und der Einreichung zur Gesamtschweizerischen Steuerbefreiung. Nun war unser Verein startklar. Erste Zeitungsberichte halfen, unsere Bekanntheit zu steigern und weitere Gleichgesinnte zu finden. Über unsere Website, wo wir die Tagebücher mit vielen Fotos und Geschichten veröffentlichen, fanden wir immer mehr Menschen, denen unsere Freiwilligenarbeit gefiel und die uns halfen, in Kamerun etwas zu verbessern.

Dank einigen grossen Firmenspenden und vielen Privatspendern erhielten wir bald so viele Hilfsgüter, dass wir mit einer Containersammlung begannen. Aus einem 40-Zoll-Container mit 50 Kubik Material wurde ein zweiter, ein dritter, ein vierter und ein fünfter, die wir in den Jahren 2008-2012 nach Kamerun verschifften. Die Verteilung in Kamerun lief jedes Mal ausschliesslich über uns beide, damit wir sicher waren, dass alle Hilfsgüter an die richtigen Orte verteilt wurden.

Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern...

Wir beide können zu zweit keine grossen Werke tun. Genau deswegen gefällt uns unser Motto so gut. Wenn jeder einen noch so kleinen Anteil leistet, sind wir gemeinsam in der Lage, etwas zu bewegen. Wir freuen uns, dass mit uns viele Menschen unsere Ideen nach und nach verwirklichen lassen...

Damit alle Spenden den richtigen Platz finden, fliegen wir mindestens 1x pro Jahr in unseren Ferien nach Kamerun und bringen alles selber vor Ort, wo es gerade am nötigsten ist. Alle Transportkosten, der Flug und der einheimische Fahrer werden von uns privat bezahlt.

Nach all den Jahren fühlen wir uns in Kamerun fast schon wie zu Hause. Wir sind ein eingespieltes Team und haben diverse wertvolle Kontaktpersonen vor Ort.
Und wenn wir manchmal fühlen, dass das, was wir tun, nur ein Tropfen im Ozean ist, dann denken wir daran, dass der Ozean weniger wäre, würde ihm dieser Tropfen fehlen!


Katja & Felix Bruhin, im März 2012