Ashia Kamerun Non-Profit-Verein

Unsere Kinder aus dem Kalender 2015

Auf unserer 12. Spendenreise in Kamerun suchten wir wie alle Jahre zuvor unsere auserwählten Kalenderkinder, um ihnen ihren Kalender und das Schulgeld zu überreichen. Hier erhalten Sie eine kurze Übersicht. Die Kinder wieder zu finden ist jedes Mal ein herrliches Wiedersehen, bei welchem sich alle Angehörigen und Dorfbewohner über ihren keinen Star freuen.

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Kinderkalender 2016

Titelbild-Foto
Daniel, 10 Jahre (links)
Marie-Claire, 9 Jahre (3. von links)

Links auf dem Titelblatt ist Daniel, er ist 10 Jahre alt und wohnt in Bali Nyonga. Er gab auffallend klare Antworten auf unsere Fragen und schien sehr intelligent. Er besucht die 5. Klasse der katholischen Schule. Sein Vater ist Polizist, seine Mutter ist unbekannt. Er hat 5 Geschwister und ist der Drittälteste. Daniel lebt mit seiner Grossmutter. Die Grossmutter hatte während unserem Gespräch mit Daniel geschlafen und stiess später zu uns hinzu.

Vor dem Haus sassen diverse jüngere Männer und Frauen. Sie alle verhielten sich eher wie frisch verliebte Teenager und scherten sich nicht gross darum, wer wir waren oder was wir wollten. Es stellte sich dann heraus, dass einer der Vater des Kindes ist. Doch genauso wie er sich unverantwortlich für sein Kind fühlte, hatte er es einfach bei seiner Mutter abgeschoben, der Grossmutter des Jungen.

Die armselige Hütte stand auf einem kleinen Hügel, der kurze Weg hinauf war steil, uneben und schwierig zu passieren. Der Boden im Innenraum war nackter Erdboden. Wir sahen, dass diese Kinder unsere Hilfe mehr als gut gebrauchen konnten. Nach und nach kamen weitere Kinder aus dem Haus. Auch zwei neugeborene Zwillinge wurden uns gezeigt. Wer zu wem gehörte war wie immer unklar. Typische Familienverhältnisse in Kamerun. Die Kinder leben oft nicht bei den Eltern oder den Geschwistern. Und ebenso oft schaut die Grossmutter zu den Enkelkindern.

Auf demselben Bild das dritte Kind von links ist ein Mädchen, worüber wir erstaunt waren. Wir hatten gedacht, es sei ein Junge. Marie-Claire ist 9 Jahre alt und wohnt ebenfalls in Bali Nyonga bei ihrer Grossmutter. Das Foto ist vor ihrem Haus entstanden. Ihre Mutter lebt in einem anderen Quartier des Ortes, der Vater ist Taxifahrer. Die Eltern sind geschieden und leben nicht mehr beieinander. Marie-Claire hat noch einen Bruder und besucht die 5. Klasse der katholischen Schule. Sie zeigte uns ihren Pullover, den sie damals getragen hatte, um uns zu überzeugen, dass wirklich sie auf dem Foto abgebildet war.

Kinderkalender 2016

Titelbild-Foto (2. von links)
Cindy, 7 Jahre

Cindy ist 7 Jahre alt und wohnt in Bali Nyonga. Sie ist auf dem Titelblatt das zweite Mädchen von links. Cindy wohnt bei ihrer Grossmutter, welche gerade auf dem Dach herumstieg, das neu mit Holz gezimmert wurde, um später darauf Bleche zu verlegen. Mit schmutzigen und nackten Füssen kam sie uns entgegen. Wir dachten, ihr Dach sei abgebrannt, weil die noch stehenden Gemäuer komplett schwarz waren. Doch all das war vom Kochen so schwarz! Nun wohnten sie also vorübergehend in einem Haus ohne Dach. Es sei ja jetzt Trockenzeit, beruhigten sie uns. Trotzdem kann jederzeit Regen fallen. Vor allem um die Weihnachtszeit, als wir bei ihr waren, ist es üblich, dass es einmal einen ganzen Tag regnet.

Cindy hat noch vier Geschwister und ist die Jüngste. Sie besucht die Government Schule. Ihre Eltern sind beide Bauern. Cindy ist die Schwester vom Buben auf dem Titelbild ganz rechts (Alphonse).

Kinderkalender 2016

Titelbild-Foto (rechts)
Alphonse, 7 Jahre

Auf dem Foto ganz rechts ist Alphonse, 7 Jahre. Er lebt in Bali Nyonga. Beide Eltern sind Bauern. Alphonse hat 6 Geschwister und ist der Zweitjüngste. Er ist der Bruder vom Mädchen mit dem Rock (Cindy) auf dem Titelbild. Cindy war jedoch nicht zu Hause, sie wohnt inzwischen in einem anderen Quartier von Bali. Alphonse besucht die dritte Klasse der Government Bilingual School.

Kinderkalender 2016

Januar-Foto
Alexine Bisona, 4 Jahre

Alexine Bisona wohnt in Bali Nyonga. Sie ist deutlich jünger als sie auf dem Foto aussieht. Alexine besucht bereits die erste Klasse der Wisdom Academic Bilingual School und hat noch zwei Brüder. Ihre Mutter ist Lehrerin an der Government Schule Mbeluh und ihr Vater Schreiner.

Kinderkalender 2016

Februar-Foto
Praises, 3 Jahre

In der katholischen Schule von Djottin fanden wir weitere unserer Kalenderkinder. Als wir das Mai-Foto in einer Klasse fanden, sahen wir in derselben Klasse ein Kind, das unserem Februar-Bild enorm ähnlich sah. Ich zeigte ihr das Bild und fragte sie, ob sie die Schwester ist, was sie bestätigte. So fanden wir umgehend auch das Februar-Kind.

Das Februar-Bild zeigt Praises. Sie ist 3 Jahre und besucht den Kindergarten der katholischen Schule. Ihre Mutter ist Bäuerin und ihr Vater Pastor der Apostolic Church. Die Familie hat insgesamt 4 Kinder. Die Auskünfte über die Familie gab uns die ältere Schwester Favour, welche 5 Jahre alt ist. Der verantwortlichen Lehrerin Schwester Angela übergaben wir das Schulgeld und den Kalender, was sie später den Eltern weiter gab.

Kinderkalender 2016

März-Foto
Emeno Joel, 5 Jahre

Im Dorf von Djottin fanden wir das März-Bild, welches Emeno Joel zeigt. Er ist 5 Jahre alt, wobei der Vater das Alter nicht so genau wusste. Die Familie hat 6 Kinder und Emeno Joel ist der Zweitjüngste. Beide Eltern sind Bauern und der Junge besucht den Kindergarten der Government Schule. Emeno Joel trug exakt die gleichen Kleider wie auf dem Foto, einfach verkehrt herum. Die Eltern wussten nicht, was ein Kalender ist und wir mussten ihnen erklären, wie es funktioniert. Alle freuten sich riesig über unseren Besuch und den finanziellen Zustupf für den kleinen Emeno Joel. «May God helep you!», sagten sie mehrmals und drückten voller Dankbarkeit unsere Hände.

Kinderkalender 2016

April-Foto
Njamina Amada, 4 Jahre

Der Zufall wollte es, dass Njamina für den Kalender 2015 ausgewählt worden war. Ihr Foto des Aprils ist wirklich gut gelungen. Das wunderschöne kleine Mädchen ist mit verdrehten Händchen, Knien und Füsschen zur Welt gekommen und dank mehreren Eingriffen finanziert durch Ashia-Sponsoren kann sie mittlerweile zumindest aufrecht stehen. Zum Glück scheuen ihre Eltern keinen Aufwand, dass ihr geholfen werden kann. Seit 2011 begleiten wir die kleine Njamina. Noch liegt ein langer Weg vor ihr. Doch Njamina kann die Schule besuchen und spricht deutlich und klar in Französisch mit uns. Während ihre Mutter fast ausschliesslich Dialekt (Fulfulde) spricht. Von weitem streckte Njamina uns ihr kleines, dünnes Händchen entgegen und wünschte uns «Bon année!». Als wir ihr den Kalender und das Kalendergeld übergaben, bedankte sie sich artig mit «Iseco!». Sie war allerliebst, genauso wie auf dem Kalenderbild. Die Familie wohnt in Mayo Darle.

Kinderkalender 2016

Mai-Foto
Casmarine, 7 Jahre

In der katholischen Schule in Djottin fanden wir ein weiteres unserer Kalenderkinder. Das Mai-Bild zeigt Casmarine. Das Alter wusste niemand genau, wir schätzten sie auf zirka 7 Jahre. Sie war sehr scheu und erinnerte sich noch an unser Fotoshooting. Ihre Eltern sind beide Bauern und sie hat noch 3 Geschwister. Der verantwortlichen Lehrerin Schwester Angela übergaben wir das Schulgeld und den Kalender, was sie später den Eltern weiter gab.

Kinderkalender 2016

Juni-Foto
Abdourahimma Yaya, 7 Jahre

Im kleinen Dörfchen Mayo Nyawa ist das Kalenderkind vom Juni zu Hause. Er heisst Abdourahimma Yaya und lebt bei seinem gross gewachsenen, extrem dürren Grossvater. So hat der Junge näher zu seiner Schule. Er besucht die dritte Klasse und ist 7 Jahre alt. Wir hatten Glück und trafen in zu Hause an. Er wollte gerade mit einer Schüssel Hühnereiern auf den Markt gehen. Ein solches gekochtes Ei kann er für 100 CFA (20 Rappen) verkaufen. Wir überreichten ihm den Kalender und sein Schulgeld. Abdourahimma hat noch 4 Geschwister. Als wir ihn letztes Jahr für den Kalender fotografiert hatten, schaufelte er Sand aus dem Fluss, um ihn nachher zu verkaufen und um damit sein Schulgeld finanzieren zu können. Der Grossvater und andere Dorfältesten kannten Ashia bereits, bzw. unsere mehreren neu erbauten Schulhäuser ihrer Region.

Einige Stunden später auf dem Rückweg unserer Fahrt stand Abdourahimma zufälligerweise wieder direkt an der Strasse. «Wo gehst du hin?» fragten wir ihn. Er wolle nach Mayo Darle, um sich auf dem Markt neue Kleider zu kaufen. Wirklich? Ja, er hatte 5000 CFA (9 CHF) in seiner Hosentasche und eine leere Tasche dabei. Wir luden ihn auf. So konnte er sich die Mofafahrt (500 CFA = knapp 1 CHF) sparen. Wir wollten von ihm wissen, ob er ausrechnen kann, wie viel Rückgeld er auf dem Markt erhält. Da er die Schule besucht, kann er dies ausrechnen. Doch unvorstellbar in der Schweiz, einen Siebenjährigen alleine auf einen 17 Kilometer weit entfernten Markt zu schicken, um sich seine Kleider zu kaufen… Und ihn in ein Auto mit mehr oder weniger fremden Personen zu lassen. Alle Kinder hier vertrauen uns blind. Hoffentlich werden sie nie soweit ausgenutzt wie in anderen Ländern...

Kinderkalender 2016

Juli-Foto
Nancy Nagela & Naomi Nagua, 2 1/2 Jahre

Das Julibild war schnell gefunden. Es zeigt Nancy Nagela (links) und Naomi Nagua (rechts), beide 2 ½ Jahre, die gemeinsam in einer Wanne baden. Die süssen Zwillinge wohnen nicht weit von der Stadtmitte von Bali Nyonga entfernt in einem neu erbauten schönen und grossen Haus. Die «Umgebungsgestaltung» (wenn man dem so sagen kann) war dafür umso schlimmer. Rundherum lagen Dinge am Boden: Schuhe, Schaufeln, Essensreste, Müll und diverses anderes. Wir suchten einen Weg in das Haus. Das Foto war vor ihrem alten Zuhause entstanden. Ein Onkel sowie zwei ältere Geschwister waren anwesend, als wir ihnen den Kalender und das Schulgeld überreichten. Die Zwillinge gehen bereits in die Vorschule und sind sehr intelligent. Ihr Vater heisst Roger und verkauft Schuhe, die Mutter Silvia ist Hausfrau. Die Familie hat insgesamt 5 Kinder.

Kinderkalender 2016

August-Foto
Aminatou Binta, 7 Jahre

Das August-Bild zeigt Aminatou Binta aus Mayo Ngoum-Katarko. Sie ist 7 Jahre alt und besucht die 2. Klasse. Aminatou hat noch 3 Geschwister. Ihr Vater ist Schafhirte und die Mutter Hausfrau. Wir übergaben den Kalender und das Schulgeld.

Kinderkalender 2016

September-Foto
Gabdou Mohamadou Hamagahdo, 5 Jahre

Mohamadou wurde mit einem missgebildeten Füsschen geboren. Er ist das erste Kind in der Familie. Ihn kennen wir dadurch, dass wir die Operation seines Füsschens dank Ashia-Sponsoren finanzieren konnten. Der Zufall wollte es, dass nun sein Bild für den Kalender ausgewählt wurde. Die Familie lebt in Banyo. Wir suchen nach wie vor seine Eltern, um den Kalender und das Schulgeld übergeben zu können.

Kinderkalender 2016

Oktober-Foto
Maraoufou, 2 Jahre

Für das Oktoberbild fuhren wir nach Wouro Yobi. Dort, wo wir das Bild ein Jahr zuvor geknipst hatten. Das Mädchen auf dem Kalenderbild war leider nicht anwesend. Dafür war die Mutter des kleinen Jungen auf dem Kalenderbild zu Hause. Sie erzählte uns, das Mädchen Raffiatou (12 Jahre) sei im Moment an einem anderen Ort bei ihrem Grossvater. Den kleinen Maraoufou (2 Jahre) trug sie auf den Armen. Raffiatou sei nicht etwa die ältere Schwester, sondern die Tante des Jungen. Sie selber ist Hausfrau und ihr Mann Kuhhirte. Die Familie hat 6 Kinder und das 7. ist bereits unterwegs. Wir überreichten ihr das Schulgeld und den Kalender.

Kinderkalender 2016

November-Foto
Foh Beth Wumomse, 10 Jahre

Ein alter Mann aus Bambui hatte sich die Suche nach unserem November-Kalenderkind zu Herzen genommen. Er war nicht aufzuhalten, erzählte ellenlang nach der Suche und wo und wie er diese am Vortag gemacht hätte. Vier Schulen habe er besucht. An der letzten sei ein Kind gewesen, welches das Kalenderkind gekannt habe. Er habe mit dem Rektor gesprochen und dieses Kind mitgenommen, um mit ihm weiter zu suchen. An der fünften Schule hätte er es dann gefunden, einige Kilometer weit entfernt. Er hatte mit der Familie ausgemacht, dass sie an diesem Tag hier zu ihm kommen, damit wir ihm das Schulgeld überreichen können.

Der 10 Jahre alte Foh Beth Wumomse war mit seinem kleinen Bruder und seiner Tante gekommen. Er besucht die vierte Klasse in Babanki. An den Tag des Fotos erinnerte er sich nicht mehr. Doch wir wussten noch, dass er der einzige Junge gewesen war, der nicht davon gerannt war. Das war nun sein Glück, dass er nicht auf seine Kameraden gehört und uns angestrahlt hatte. Auf dem Foto ging er gerade Wasser holen, um für die Schule Erdblöcke zu bauen.

Foh Beth ist Vollwaise und lebt bei seiner Tante, dem Onkel und seiner Grossmutter. Sein Vater ist von einem Mofa angefahren worden und auf dem Weg ins Spital verstorben. Die Mutter verstarb nur kurze Zeit später vor etwa 5 Jahren ebenfalls. Seine Tante Helen Gewi hat selber 2 Kinder, für die sie sorgen muss und ist die ältere Schwester der verstorbenen Mutter. Voller Freude nahmen sie das Schulgeld und den Kalender entgegen. Und wir notierten uns die Telefonnummer der Familie, um Foh Beth als Patenkind vermitteln zu können.

Der alte Mann, der uns bei der Suche nach dem Kind geholfen hatte, wurde entsprechend entlöhnt und fühlte sich stolz und nützlich. Den ganzen Tag hatte er dafür eingesetzt. Und wir hatten entsprechend Zeit gespart und waren froh, Foh Beth gefunden zu haben. Denn als Vollwaise hat er finanzielle Hilfe umso mehr nötig...

Kinderkalender 2016

Dezember-Foto
Hairia Jainabou, 5 Jahre

In Mayo Boutaly fanden wir unser Dezember-Kind. Sie war noch genauso scheu wie auf dem Bild. Hairia Jainabou ist 5 Jahre alt und besucht die Primarschule. Sie trug exakt die gleichen Kleider wie auf dem Foto vor fast einem Jahr. Hairia hat noch 4 Geschwister. Ihr Vater ist Bauer, die Mutter Hausfrau. Der Vater hat «nur» eine Frau. Was hoffentlich auch so bleiben wird. Denn bald merkten wir, weswegen das Mädchen so scheu war. Frauen haben in dieser Familie keinen Wert. Ihre Mutter durfte nicht zu uns kommen und musste sich der Tradition entsprechend einige Meter entfernt von uns abwenden, auf dem Boden kauern und ihr Stofftuch um sich wickeln. Nicht einmal zuschauen durfte sie uns. Andere Frauen des Dorfes durften immerhin aus einer grösseren Entfernung aufrecht stehend zuschauen. Es war extrem diskriminierend und für uns unvorstellbar, so ein Leben führen zu müssen. Es glich eher einer Sklavin, Haushälterin und Kinderproduzentin als einer gleichberechtigten Ehefrau mit Rechten und einer eigenen Meinung. Wir übergaben dem Vater das Schulgeld und den Kalender. Und Katja ging zu Fuss zur Mutter, um ihr zumindest den Kalender zeigen und in die Hand drücken zu können.